TRIMARAN
Lyrikmagazin für Deutschland, Flandern und die Niederlande




TRIMARAN

Lyrikmagazin für Deutschland, Flandern und die Niederlande

Poëziemagazine voor Duitsland, Vlaanderen en Nederland

 

Ein europäisches Kooperationsprojekt der Kunststiftung NRW mit dem Nederlands Letterenfonds und dem Vlaams Fonds voor de Letteren

 

Redaktion: Patrick Peeters, Victor Schiferli, Dr. Christoph Wenzel und Dr. Stefan Wieczorek sowie Dr. Oliver Vogt (Projektkoordination), Gestaltung: Anke Berßelis

 



TRIMARAN – so heißt ein neues Lyrikmagazin, das vier Autor*innen aus drei Ländern in zwei Sprachen präsentiert. Ein Serviceteil umrahmt die wechselseitigen Gedichtübersetzungen der beteiligten Dichter*innen. Damit ist erstmals eine Gemeinschaftsproduktion der Kunststiftung NRW, des Nederlands Letterenfonds und des Vlaams Fonds voor de Letteren gelungen, eine Zeitschrift, die dem poetischen Austausch zwischen den drei Ländern Dauer verleihen soll.





Der Trimaran segelt los. Durch drei Länder und zwei Sprachen, zur Verbindung der Lyrikszenen Flanderns, Deutschlands und der Niederlande und als dynamisches Gefährt des poetischen Austauschs zwischen Dichterinnen und Dichtern.


Insbesondere die Lyrik ist im deutschen und im niederländischen Sprachraum leben­dig und überraschend vielfältig – ein Reichtum, der durch Begegnungen noch gemehrt werden kann. „Dies ist, was wir teilen“ lautete auch das Motto des Gastlandauftritts Flanderns und der Niederlande auf der Frankfurter Buchmesse 2016. Der große Erfolg der Präsentation inspirierte die Kunststiftung NRW, die Niederländische Stiftung für Li­teratur (Nederlands Letterenfonds) und den Flämischen Literaturfonds (Vlaams Fonds for de Letteren) weiter zur Verwirklichung eines Projekts, das dem Austausch zwischen der Lyrik in den beiden Sprachräumen Form und Dauer verleihen soll.

 

 

Mantelteil: Die Verbindung der Szenen


Im Trimaran wird der poetische Dialog des Innenteils umrahmt von einem Mantelteil mit Essays, Fragebögen und Lyrikempfehlungen – unter anderem von Michael Braun, Els Moors, Ester Naomi Perquin und Daniela Seel –, die Schlaglichter auf die gegenwärtige Lyrik in Flandern, den Niederlanden und Deutschland werfen. Eine Liste mit jüngst ver­öffentlichten Poesieübersetzungen komplettiert das durchgehend zweisprachige Ma­gazin, das nach den eleganten Booten mit ihren drei Rümpfen benannt ist.

 

 

Innenteil: Die poetischen Paare im Trimaran # 01


Das Magazin Trimaran lädt seine Leserschaft in einem umfangreichen Innenteil ein, an den Begegnungen von Dichterinnen und Dichtern teilzuhaben und sich mit ihnen auf die bewegten Wasser der lyrischen Sprache zu begeben – mit dem Blick immer über die Ufer der Muttersprache hinaus.

Esther Kinsky und Annelie David machten den Anfang. Die beiden Dichterinnen blicken bereits auf eine lange Zeit des Austauschs und der Begleitung zurück. Für den Trimaran traten sie hinaus in die Natur, spürten dem Werden und Vergehen nach und erschlossen sich so ganze Seelenlandschaften mit ihren Geschichten und Geschicken. Ihre Über­setzungen werden flankiert von einer Korrespondenz, die poetische Denkbewegungen und Einflüsse dokumentiert und Vereinendes ebenso wie das Andersartige herausstellt.

Die zweite Fahrt traten die Lyriker Ulrich Koch und Erik Spinoy an. Erst durch den Trima­ran lernten sie sich kennen, lasen und besuchten einander, was schließlich auch sie zu Übersetzungen führte, in denen dieses Herantasten und Erspüren des Anderen Gestalt annahm. Unter dem Titel „Der eigene Blick des Anderen“ haben sie ihre Gedichte und Übersetzungen durch eine Art ›fotografisches Supplement der Wahrnehmung‹ ergänzt.





Annelie David (geboren 1959 in Köln) wurde in Tanz ausgebildet und ging bald nach ihrer Ausbildung nach Amsterdam, wo sie seit 1982 lebt. Seit 2006 erscheinen regel­mäßig Publikationen auf Niederländisch in Literaturzeitschriften wie Passionate Ma­gazine, Deus ex Machina, Tirade und Revisor. Für die Literaturzeitschrift Terras über­setzte sie die deutschen Dichterinnen Uljana Wolf und Esther Kinsky. David debütierte im Jahr 2013 mit Machandel beim Verlag Marmer.



Esther Kinsky (geboren 1956) arbeitet als literarische Übersetzerin aus dem Polnischen, Englischen und Russischen und seit 2007 vorwiegend als Autorin von Prosa und Lyrik. Nach Jahren in London, Ungarn und Berlin lebt sie derzeit in Italien. Zu ihren letzten Ver­öffentlichungen zählen Naturschutzgebiet. Gedichte und Fotografien (Matthes & Seitz 2013), der Roman Am Fluß (Matthes & Seitz 2014), gemeinsam mit Martin Chalmers die zweistimmige Reiseerzählung Karadag Oktober 13 (Matthes & Seitz 2015) sowie Am kalten Hang. viagg’ invernal. Gedichte (Matthes & Seitz 2016). Sowohl für ihre überset­zerische als auch für ihre schriftstellerische Arbeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Für ihren Roman Hain (Suhrkamp 2018) erhielt sie den Preis der Leipziger Buchmesse.



Ulrich Koch (geboren 1966) arbeitet als Geschäftsführer einer Personalfirma in Ham­burg und lebt östlich von Lüneburg. Jüngste Veröffentlichungen: Ich im Bus im Bauch des Wals (Edition Azur 2015) und Selbst in hoher Auflösung (Jung und Jung 2017).



Erik Spinoy (geboren 1960) ist Dichter, Essayist und Professor für niederländische Li­teratur und Kulturtheorie an der Universität von Lüttich. Seit seinem Debüt De jagers in de sneeuw / Die Jäger im Schnee (Manteau 1986) publizierte er acht Gedichtbände. Die letzten sind Dode kamer / Toter Raum (De Bezige Bij Antwerpen 2011, Jan-Campert-Preis) und Nu is al te laat / Jetzt ist es schon zu spät (De Bezige Bij 2015). 2017 erschien die Poetikvorlesung Geen delicatessen. De waarheid van de poëzie / Keine Delikates­sen. Die Wahrheit der Poesie (Poëziecentrum). Als Literaturwissenschaftler publizierte er vor allem über beliebte niederländischsprachige Dichter wie Paul van Ostaijen, Hugo Claus und Hans Faverey.





TRIMARAN


Lyrikmagazin für Deutschland, Flandern und die Niederlande

Poëziemagazine voor Duitsland, Vlaanderen en Nederland

# 01/2019

Schriftenreihe der Kunststiftung NRW

136 Seiten, zweisprachig

Lilienfeld Verlag, Düsseldorf 2019